Samstag, 21. April 2012

El Hierro Vulkan - die Leidenschaft der Canarios

NEWS:
Auf El Hierro gab es gestern kein Erdbeben. Allerdings ein Beben zwischen der Insel Teneriffa und Gran Canaria (IGN Grafik) um 14.59 Uhr mit ML2,0. Die Tiefe konnte nicht ermittelt werden. Damit setzen sich die jüngst vermehrten Erdstöße unter dem Kanarischen Archipel fort.

Die Jagd als Leidenschaft, Hobby und aus Tradition ist auf den Kanaren tief verwurzelt. Auf allen Inseln wird in der Jagdzeit und meist am Wochenende mit großem "Trara" Jagd auf Kaninchen veranstaltet. Mit ihren Hundemeuten sind die Canarios dann unterwegs.

Karin Kamm hat sich hierzu wieder einmal ihre Gedanken gemacht:

Die Jagdlust der Spanier und der Fehlschuss des Königs

"Als aktive Tierschützerin (juaclo.de.tl) gehören die Jäger grundsätzlich nicht gerade zu der Gruppe Mensch, die mir Bewunderung abringt. Jahrelang hatte ich auf El Hierro die Gelegenheit mich über sie zu ärgern, mehr noch, entsetzt zu sein. Früher wurde hier zwischen August und November auf alles geschossen, was sich in den Büschen bewegte, die Jagdhunde, meist Podencos, stöberten im Rudel die Beute auf, hetzten sie und der Cazador gab dann den Todesschuss. Ein Alptraum war bereits die Zeit vor der Jagdsaison, Gift wurde an den Strassenrändern ausgelegt, das nicht nur qualvoll Katzen umbrachte, damit diese nicht etwa auch Kaninchen, Wachteln oder Fasane erlegen konnten, sondern töteten so gleich auch noch Eidechsen, Vögel, Hunde u.s.w.. Ein weiteres Problem stellten die ausgesetzten Hauskaninchen dar, die sich nicht nur leichter abschießen lassen, sondern auch für eine Überpopulation sorgten, Plagen und abgefressenes Gemüse waren die Folge.
Die Podencos wurden früher oft auf Fincas in Gehegen gehalten, in denen sie meist im Dreck und ohne Schutz vor den Naturgewalten frassen, schliefen, starben, sich unkontrolliert vermehrten und nicht nur ihre schlechte Versorgung stank zum Himmel. Nicht jeder Jagdhund hat eine gute Spürnase, entspricht er nicht den Vorstellungen der Besitzer, gibt es eine Kugel in den Kopf oder er wird einfach die Klippe runtergeschmissen, was noch immer von 70 % der Jäger so gehandhabt wird. Pedro, unser Tierarzt, betreibt seit Jahren Aufklärungsarbeit und verschärfte Gesetze und Kontrollen von offizieller Seite haben die allgemeine Situation ein wenig verbessert.
Im ganzen jagdfreudigen Lande ist der König Juan Carlos jetzt selbst in die Schusslinie der Presse geraten. Er hat auf einer Safari in Afrika nicht nur einen Elefanten erlegt, sondern sich dummerweise auch noch einen Beckenbruch zugezogen. Es wird ihm sehr übel genommen, dass er vor kurzem verkündete, die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien würde ihm den Schlaf rauben und dann so etwas.. Die Spanier, die mit unglaublichen Kürzungen in allen sozialen, wissenschaftlichen... Bereichen drangsaliert werden, fühlen sich vor den Kopf gestoßen und es wird hitzig diskutiert.
Gestern entschuldigte sich Juan Carlos humpelnd vor laufenden Fernsehkamaras wie ein Schuljunge und sagte , dass er so etwas nie wieder tun würde. Kommentar meines Sohnes: ist er nicht süsss? Auch ich möchte eine Lanze für ihn brechen, egal ob die Entschuldigung von Herzen oder nach Beratungen seines Beraterstabes zustande kam. Er hat Spanien in die Demokratie geführt, einen Militärputsch erfolgreich niedergeschlagen und sein Land auf sympathisch zurückhaltende Weise in der Welt repräsentiert, besser als so mancher Bundespräsident es hinbekommen hat. Seit Jahrzehnten wurde hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, dass er in Bezug auf Frauen kein Kostverächter sei, die Presse ging trotzdem dezent mit ihm und seiner Familie um. Anders als beim englischen Königshaus blieben der Bevölkerung undelikate Einzelheiten erspart, man ließ ihm sein Privatleben.
Ich wünsche ihm, dass er eine gute Strategie findet, seine Würde wiederherzustellen und dass er nicht von der Sensationspresse zerfetzt wird. Es gibt unter der spanischen Prominenz in Politik und Wirtschaft Menschen, die viel Schlimmeres angerichtet haben, als einen Elefanten zu töten. Um letzteren tut es mir aufrichtig leid und ich möchte seinen Abschuss in keinster Weise entschuldigen.
Tierschutzvereine in ganz Spanien sammeln, auf Grund des royalen Fehlschusses, Unterschriften gegen die Urlaubsangebote der Kaufhauskette Corte Ingles, bei der man das Tier, egal ob Elefant, Löwe oder Giraffe, das man in Afrika auf einer Safari erlegen möchte, gleich mitbuchen kann."

Unser Potenco "Ramses" (Foto) - ein liebes Tier, dem es sicher viel besser als so manch seiner Artgenossen geht. Er braucht viel Auslauf und ist für Hof und Garten zuständig und treuer Begleiter und Spürnase bei unseren Wanderausflügen.

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